3. RÖMERBERG

Der Römerberg (18. Jahrhundert)Welchen Eindruck gewann Leopold Mozart von der Stadt? Kurz nach seiner Ankunft schrieb er den Freunden in Salzburg:

«Franckfurt ist ein altväterischer Ort, und von dem Römer habe ich mir viel andere Vorstellungen gemacht: Es will weder der Platz noch der Römer gar nichts sagen. Es giebt doch einige schöne Gebäude, doch wenige: Hingegen giebt es schöne Kaufmanns Gewölber, und viel 1000 Juden. »
Leopold Mozart an Lorenz Hagenauer, 13.August 1763

Ein hartes Urteil vielleicht – aber auch ein zeittypisches. Denn im 18. Jahrhundert blickte man mit Geringschätzung auf den kleinteiligen, bewegten Baustil des Mittelalters herab.

Der «Römer», das mittlere und höchste von drei zusammenhängenden Treppengiebelbauten, wurde vermutlich nach den römischen Kaufleuten so benannt, die zu Messezeiten hier ihr Quartier hatten, oder auch (wie gelegentlich zu lesen ist) nach einem seiner Vorbesitzer, der eine Pilgerfahrt nach Rom gemacht haben soll. Der Gebäudekomplex gelangte 1405 in den Besitz der Stadt und wurde zum Rathaus. Hier tagte bei Kaiserkrönungen der Reichstag.

Die wieder aufgebauten winkligen Häuser gegenüber, die östliche Römerzeile, geben eine ungefähre Vorstellung davon, wie es am Römerberg einmal ausgesehen hat. Die Häuser trugen sprechende Namen: «Zum Engel», «Goldener Greif», «Wilder Mann». Leopold Mozart hatte für das pittoreske Idyll mit seinen vielen Wetterfahnen, Hauszeichen, farbig bemalten oder geschnitzten Hauseingängen und Wasserspeiern allerdings keinen Blick.

Er bevorzugte den neuen Baustil: große, geräumige Häuser, wie sie die reichen Kaufleute für sich bauten. So manches alte Fachwerkhaus fiel ihnen zum Opfer.

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