10. RATHENAUPLATZ

Der Komödienplatz mit dem 1782 erbauten Theater in einer Ansicht von 1793. Mozart und später auch sein Sohn Franz Xaver haben hier einige Aufführungen gesehen. Im Komödienhaus wurden viele Mozart-Opern gespielt. 1792 wurde es zum «Frankfurter Nationaltheater» und erhielt ein eigenes Ensemble. Nach der Eröffnung der Oper (heute Alte Oper) wurde es als Schauspielhaus genutzt.Das prächtige Komödienhaus lag am heutigen – wenig imposanten – Rathenauplatz und galt als einer der schönsten Theaterbauten in Deutschland.

«Das neue Komödienhaus macht in der That den Frankfurtern Ehre. Es ist dauerhaft und mit Geschmack gebaut. Es sind drey Reihen Logen im Halbzirkel, alle Logen tapeziert, mit Spiegelleuchtern versehen und noch eine geräumige Gallerie für das Volk.»

Blick in den Zuschauerraum und auf die Bühne des Komödienhauses (um 1800).Mit diesen anerkennenden Worten bedachte die «Berliner Literatur- und Theaterzeitung» am 19. Oktober 1782 das neue Theater. Zur Zeit der Kaiserkrönung 1790 gab es Singspiele und italienische Opern: «Der Apotheker und der Doktor» sowie «Betrug durch Aberglauben» von Dittersdorf, Salieris «Axur, König von Ormus» und «Der Talisman oder die Zigeuner», Bendas «Romeo und Julie», Wranitzkys «Oberon» und manches mehr. Nur nichts von Mozart. Das ist insofern eigenartig, als Mozarts Opern schon früh und mit großem Erfolg in Frankfurt gespielt wurden. Die kurmainzische Schauspielergesellschaft wollte zwar am 5. Oktober seinen «Don Giovanni» spielen, doch zerschlug sich dieser Plan aus unbekannten Gründen. Ob Leopold II. eine geplante Mozart- Aufführung höchstselbst verhindert hat, sei dahingestellt.

 An dieser Stelle befand sich das Komödienhaus.

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