Frankfurter Streichquartettfestival - 250 Jahre Ludwig van Beethoven<br>Konzert mit dem Vogler Quartett

Frankfurter Streichquartettfestival - 250 Jahre Ludwig van Beethoven
Konzert mit dem Vogler Quartett
Am Mittwoch, 18. November 2020, 19.30 Uhr
Vogler Quartett © Özgür Albayrak
Evangelische Festeburgkirche (An der Wolfsweide 58, 60435 Frankfurt am Main)

„Zusammengefaßter, energischer, inniger habe ich noch keinen Künstler gesehen.“
(Johann Wolfgang von Goethe über Ludwig van Beethoven)

(1885. Bürgerkonzert)


Tim Vogler Violine
Frank Reinecke
Violine
Stefan Fehlandt
Viola
Stephan Forck
Violoncello

Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Streichquartett Nr.4 in c-Moll op. 18,4
Streichquartett Nr. 10 in Es-Dur op. 74 („Harfenquartett“)
Streichquartett Nr. 15 in a-Moll op. 132

Individualität, die sich im Gemeinsamen entfaltet – hier liegt wohl das Geheimnis des Vogler Quartetts, das seit 1985 in unveränderter Besetzung weltweit konzertiert.

Den Beginn der Karriere bildet der Gewinn des Streichquartett-Wettbewerbs in Evian 1986, dem Konzerte in den europäischen Musikzentren sowie in Nordamerika, Japan, Australien und Neuseeland folgten.  Eigene Konzertreihen in Berlin und Neubrandenburg, die künstlerische Leitung zweier Kammermusikfestivals im irischen Sligo und in Homburg/ Saar, Meisterkurse sowie Professuren der Mitglieder in Frankfurt, Leipzig, Stuttgart und Berlin runden die vielfältigen Tätigkeitsbereiche ab. Die Diskographie umfasst mehr als 20 Einspielungen in Quartettbesetzung und erweiterten Formationen. 

Das Streichquartett c-moll op. 18,4, das Einzige in Moll aus dieser Werkgruppe, ist am wenigsten im Wiener Quartettstil komponiert. Drängendes Pathos beherrscht den ersten Satz. Auch das Menuett ist düster gehalten. An die Stelle eines langsamen Satzes setzt Beethoven ein bewegtes Andante scherzoso elegant kapriziösen Charakters, ein Fugato in Sonatensatzform, das in gewisser Weise ein Vorläufer des zweiten Satzes aus 59,1 ist. Das Rondo-Finale greift die drängende Energie des ersten Satzes wieder auf.

„Mehr ernst als heiter, mehr tief und kunstreich als gefällig und ansprechend (...)“ (Allgemeine Musikalische Zeitung 1811). Die langsame Einleitung des Es-Dur Quartetts op. 74 wurde später zum Vorbild für Mendelssohns Quartett op. 12. Dieser folgt ein bewegt heiteres Allegro. Die Pizzacati, die für den Beinamen „Harfenquartett“ verantwortlich sind, beherrschen auch die ausladende Coda des Satzes.  Weit gespannte Kantilenen dominieren das Adagio, an dessen Ende auch die Pizzicati des Eingangssatzes wiederkehren. Der dritte Satz (in c-moll) bezieht sich rhythmisch und motivisch auf die 5. Sinfonie in gleicher Tonart, die wenige Monate vorher uraufgeführt wurde. Ein mehrfacher Wechsel zwischen Presto und einem noch beschleunigten Trio baut eine Spannung auf, die im Variationssatz gelöst wird. Dieser ist einer von Beethovens schönsten Beiträgen dieser Art.

Mittel- und Höhepunkt des Quartetts a-moll op. 132 ist der langsame dritte Satz, der berühmte ‚Heilige Dankgesang eines Genesenen an die Gottheit, in der lydischen Tonart‘.  Der Titel bezieht sich auf eine Erkrankung Beethovens im April 1825. Musikalisch handelt es sich um einen Choral mit zwei stilistisch moderneren Einschüben, ‚neue Kraft fühlend‘.  Der erste Satz beginnt mit einem zyklischen Viertonmotiv, das auch dem Hauptthema des Allegros zugrunde liegt. Der zweite Satz ist die behutsame Variante eines Scherzos in der Varianttonart A-Dur mit einem kontrastierenden heiteren Trio. Der vierte Satz ist ein kurzer Marsch, darauf folgt nach einem Rezitativ der ersten Violine ein bewegter Finalsatz, der das Tor zur Romantik weit aufstößt. 

 

Eintritt € 30,-
Gesamtleitung: Frankfurter Bürgerstiftung
Förderer: Freundes- und Förderkreis der Frankfurter Bürgerstiftung
Kooperationspartner: Evangelische Festburggemeinde

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit unserem Newsletter!