Flashlines 2020 © Pascal Kulscar

Salon kontrovers: Briefe – schreiben und lesen

„Ich schreibe nicht, um einen Brief zu schreiben, sondern um alles zu tun, damit ich einen bekomme.“ Briefwechsel zwischen Hannah Arendt und Mary McCarthy
  • Donnerstag, 28. September 2023 – 19.30 Uhr

Holzhausenschlösschen
Justinianstraße 5
60322 Frankfurt am Main

Hannah Arendt © Ricarda Schwerin

Eintritt € 14,- (Parkett, Reihe 1-5) / € 10,- (Parkett, Reihe 6 und Fensterbänke) / € 5,- (Empore, eingeschränkte Sicht)

Tickets erhalten Sie hier.

Darüber hinaus werden wir über die Mediathek unserer Website am Veranstaltungstag einen kostenfreien Livestream der Veranstaltung anbieten. Zum Livestream gelangen Sie hier.

Gelesen von Birgitta Assheuer und Paula Hans
Einführung: Ruthard Stäblein, freier Kritiker und Juror der Weltempfänger-Bestenliste, bis Ende 2018 Redakteur für Literatur bei hr2-kultur

Die Philosophin Hannah Arendt (1906-1975) und die Schriftstellerin Mary McCarthy 1912-1989) lernten sich 1944 in New York kennen. Es entstand eine Freundschaft, die ab 1949 durch Briefe, Anrufe und gegenseitige Besuche gefestigt, intensiviert wurde. Und das zwischen Amerika und Europa. Hannah Arendt, die Deutsche, emigrierte 1933 und wurde 1951 amerikanische Staatsbürgerin, Mary McCarthy, die Amerikanerin, hatte lange Zeit ihren Wohnsitz in Paris. Die zwei Frauen, ebenbürtig in ihrer Intellektualität, tauschen sich aus in ihren Briefen über alles, was sie bewegt: Literatur, Politik, Freunde und Freundinnen (das sind wunderbare, teils sehr komische Porträts), Liebe, Männer, Unpässlichkeiten, Krankheiten, vor allem aber lesen sie auch gegenseitig ihre Werke, äußern sich kritisch oder zustimmend, unterstützend, wenn die Angriffe von außen zu heftig werden. Beide hatten manchmal, politisch und literarisch, viel einzustecken bei Erscheinen ihrer jeweiligen Bücher. Ein Briefwechsel über 25 Jahre, klug, amüsant, erschütternd.

Birgitta Assheuer © Alexander Paul Englert

Als Film-, Fernseh- und Radiosprecherin sowie Rezitatorin verleiht Birgitta Assheuer dem geschriebenen Wort eindrucksvolle Präsenz. Sie tritt gemeinsam mit Autorinnen und Autoren, Künstlerinnen und Künstlern sowie Musikensembles auf, arbeitet mit Hörbuchverlagen zusammen und unterrichtet als Lehrbeauftragte für Sprechtraining an der Universität Mainz. 2023 erhielt sie gemeinsam mit weiteren Künstlerinnen und Künstlern den Preis der Deutschen Schallplattenkritik in der Kategorie Wortkunst.

Paula Hans © Lars Johansson

Paula Hans ist freischaffende Film und Theaterschauspielerin. Ihr Schauspielstudium absolvierte sie an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig. Nach Stationen am Schauspiel Leipzig und am Schauspielhaus Hamburg, war Paula von 2013-2017 fest im Ensemble des Schauspiel Frankfurt engagiert. Seit 2018 arbeitet Paula Hans freischaffend und gastierte seitdem am Theater Basel, Residenztheater München, Nationaltheater Mannheim und weiterhin am Schauspiel Frankfurt. Sie arbeitete mit vielen namenhaften Regisseurinnen und Regisseuren und spielte bedeutende Rollen. Zum Beispiel die Polly in Brechts „Dreigroschenoper“ unter der Regie von Dany Levy, die Mieze in „Berlin Alexanderplatz“ sowie die Titelrolle in „Alkestis“ unter der Regie von Julie Van den Berghe. 2018 spielte sie in dem ARTE-Zweiteiler „Die Hälfte der Welt gehört uns“ die SPD-Politikerin Marie Juchacz eine der Hauptrollen. 2022 erhielt der Kinofilm „Lieber Thomas“, in dem Paula Hans die Nebenrolle Bettina Wegener spielt, 9 Lolas beim Deutschen Filmpreis. Unter anderem den Preis für den besten Film und die beste Regie. Als Sprecherin arbeitet sie für den hessischen Rundfunk und liest regelmäßig Hörbücher für Audible. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in Leipzig. In der Reihe „Salon kontrovers: Briefe – schreiben und lesen“ war Paula Hans bereits mehrmals für Lesungen zu Gast.

Ruthard Stäblein, 1953 in Mellrichstadt geboren, Studium der Romanistik, Germanistik, Komparatistik und Philosophie in Berlin, Tübingen, Toulouse und an der Sorbonne in Paris. Danach als Assistent, Lektor und Dozent in Paris und Nancy: Mitglied in der Forschungsgruppe „Culture de Weimar“ an der Pariser „Maison des Sciences de l´Homme“. Publikationen zur Wiener Moderne und zur „Dekadenz“ in verschiedenen Sammelbänden. Herausgeber von „Identitätskrise und Surrogatidentitäten. Zur Wiederkehr einer romantischen Konstellation“ (Campus-Verlag) sowie einer Reihe über Moral seit 1992 in 5 Bänden, erschienen bei Fischer und Insel. Seit 1988 Mitarbeiter des Hessischen Rundfunks, Redakteur für Literatur. Dramaturgische Einrichtung von Hörbüchern wie „Der Mann ohne Eigenschaften“ von Robert Musil; „Atemschaukel“ von Herta Müller; Briefwechsel zwischen Siegfried Unseld und Thomas Bernhard; „Schopenhauer in 100 Minuten“; „Autobiographische Schriften“ von Thomas Bernhard; „Freiheit“ von Jonathan Franzen; „Der Traum des Kelten“ von Mario Vargas Llosa; „Die sterblich Verliebten“ von Javier Marias, „Nietzsche in 100 Minuten“ u.v.a.m.

Gesamtleitung: Frankfurter Bürgerstiftung
Förderer: Dr. Marschner Stiftung

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