Kinderfest vor dem Holzhausenschlösschen
Kinderfest © Gerrit Töpfer

Salon kontrovers: Briefe – schreiben und lesen

„Lieber Papa, es hat mich schon lange niemand 'Schwarzer Teufel' genannt, und das fehlt mir sehr“ – Briefwechsel Sigmund Freud und Anna Freud
  • Donnerstag, 29. Februar 2024 – 19.30 Uhr

Holzhausenschlösschen
Justinianstraße 5
60322 Frankfurt am Main

Anna und Sigmund Freud (anonyme Fotografie, 1920) © Gemeinfrei / Wikimedia Commons

Eintritt € 14,- (Parkett, Reihe 1-5) / € 10,- (Parkett, Reihe 6 und Fensterbänke) / € 5,- (Empore, eingeschränkte Sicht)

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Darüber hinaus werden wir über die Mediathek unserer Website am Veranstaltungstag einen kostenfreien Livestream der Veranstaltung anbieten. Zum Livestream gelangen Sie hier.

Gelesen von Birgitta Assheuer und Jochen Nix
Konzeption und Einführung: Ruthard Stäblein

Zur Veranstaltung


„Lieber Papa, es hat mich schon lange niemand 'Schwarzer Teufel' genannt, und das fehlt mir sehr“, schreibt die 15-jährige Anna ihrem Vater Sigmund Freud aus den Ferien. Die Beziehung zwischen der jüngsten Tochter und dem Begründer der Psychoanalyse war äußerst innig. Die Tochter identifizierte sich mit dem Vater, wurde selbst Analytikerin; für Kinder. Der Vater war sehr stolz auf seine Tochter: „Sie ist das begabteste und gebildetste meiner (sechs) Kinder und dazu ein wertvoller Charakter“, schrieb er an Ernest Jones. Dieser Jones, immerhin der Adlatus Freuds, könnte ihm die Tochter wegheiraten befürchtete der Vater und schrieb der Tochter, dass dieser taktlose Jones „nicht der richtige Mann ist für ein feiner geartetes weibliches Wesen.“ Und zum 25. Geburtstag schrieb Sigmund an seine von ihm persönlich analysierte Anna: „Du bist so alt wie die Psychoanalyse. Beide haben mir Sorgen gemacht, aber im Grunde erwarte ich doch mehr Freude von dir als von ihr.“ Wenn sie fortginge, würde er sich so verarmt fühlen, wie wenn er das Rauchen aufgeben müsste. Der Briefverkehr zwischen Sigmund und Anna Freud bezeugt eine exklusive Vater-Tochter-Beziehung sowie die Geburt einer Psychoanalytikerin.
Ruthard Stäblein

Die Mitwirkenden


Als Film-, Fernseh- und Radiosprecherin sowie Rezitatorin verleiht Birgitta Assheuer dem geschriebenen Wort eindrucksvolle Präsenz. Sie tritt gemeinsam mit Autorinnen und Autoren, Künstlerinnen und Künstlern sowie Musikensembles auf, arbeitet mit Hörbuchverlagen zusammen und unterrichtet als Lehrbeauftragte für Sprechtraining an der Universität Mainz. 2023 erhielt sie gemeinsam mit weiteren Künstlerinnen und Künstlern den Preis der Deutschen Schallplattenkritik in der Kategorie Wortkunst.

Birgitta Assheuer © Alexander Paul Englert

Jochen Nix, geboren in Frankfurt, hat Germanistik, Philosophie und Geschichte an der Goethe-Universität studiert, bevor er sich an der dortigen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst zum Schauspieler ausbilden ließ. Seitdem hat er als Schauspieler und Regisseur für Theater und Rundfunk gearbeitet. Er hat sich als Literaturinterpret einen Namen gemacht und ist mit eigenen Literaturprogrammen auch über Frankfurt hinaus unterwegs. Aufsehen erregte seine Hölderlin-Interpretation zum 250. Geburtstag des Dichters.

Jochen Nix © Barbara Aumüller

Ruthard Stäblein, geboren in Mellrichstadt. Studium der Romanistik, Germanistik, Komparatistik und Philosophie in Berlin, Tübingen, Toulouse und an der Sorbonne in Paris. Danach als Assistent, Lektor und Dozent in Paris und Nancy: Mitglied in der Forschungsgruppe „Culture de Weimar“ an der Pariser „Maison des Sciences de l'Homme“. Publikationen zur Wiener Moderne und zur „Dekadenz“ in verschiedenen Sammelbänden. Herausgeber von „Identitätskrise und Surrogatidentitäten. Zur Wiederkehr einer romantischen Konstellation“ (Campus-Verlag) sowie einer Reihe über Moral seit 1992 in fünf Bänden, erschienen bei Fischer und Insel. Seit 1988 Mitarbeiter des Hessischen Rundfunks, Redakteur für Literatur. Dramaturgische Einrichtung von Hörbüchern wie „Der Mann ohne Eigenschaften“ von Robert Musil; „Atemschaukel“ von Herta Müller; Briefwechsel zwischen Siegfried Unseld und Thomas Bernhard; „Schopenhauer in 100 Minuten“; „Autobiographische Schriften“ von Thomas Bernhard; „Freiheit“ von Jonathan Franzen; „Der Traum des Kelten“ von Mario Vargas Llosa; „Die sterblich Verliebten“ von Javier Marias, „Nietzsche in 100 Minuten“ u.v.a.

Gesamtleitung: Frankfurter Bürgerstiftung
Förderer: Dr. Marschner Stiftung

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