Salon kontrovers: Briefe – schreiben und lesen
- Montag, 11. Mai 2026 – 19.30 Uhr
Holzhausenschlösschen
Justinianstraße 5
60322 Frankfurt am Main
Ingeborg Bachmann © Suhrkamp Verlag
Eintritt € 16,- (Parkett, Reihe 1-5) / € 11,- (Parkett, Reihe 6 und Fensterbänke) / € 6,- (Empore, eingeschränkte Sicht)
Darüber hinaus werden wir über die Mediathek unserer Website am Veranstaltungstag einen Livestream der Veranstaltung anbieten.
Es lesen Birgitta Assheuer und Felix von Manteuffel
Auswahl, Einführung und Moderation: Ruthard Stäblein
Zur Veranstaltung
„Wir sind halt ein berühmtes Paar gewesen, leider, ohne unser Zutun“, schrieb Max Frisch 1963 an Ingeborg Bachmann, als sich das Beziehungsaus in ihren illustren Kreisen nicht mehr verheimlichen liess und sie im Gezerre um die Schuld Verbündete suchten.
Ein Jahr zuvor hatte sich der damals 51-Jährige gegen die 36-jährige Bachmann und für die 23-jährige Romanistikstudentin Marianne Oellers entschieden. Zwar hatten Bachmann und Frisch eine Vereinbarung, die ihnen Affären erlaubte und von der beide Gebrauch machten. Aber die Endgültigkeit von Frischs Entscheidung trieb Bachmann in den psychischen und physischen Ruin.
Von Beginn an verwickelten sich Ingeborg Bachmann und Max Frisch in ausgefeilte Double Binds. Sie schrieben sich wahlweise berührende Liebesschwüre, brüske Zurückweisungen und flehentliche Bitten um eine zweite Chance. Ihre Trennung war nur eine Frage der Zeit. Als sie kam, dauerte sie fast so lange wie ihre Beziehung.
Die Mitwirkenden
Birgitta Assheuer war schon immer fasziniert von Musik und Wort. Nach dem Staatsexamen in Germanistik und Musik sowie einem Intermezzo als Buchhändlerin ließ sie sich zur Sprecherin beim Hessischen Rundfunk ausbilden. Seit gut 30 Jahren zieht sie ihre lyrischen und musikalischen Kreise als Rezitatorin und Sprecherin. Seit 2018 ist sie auch Lehrbeauftragte für Sprechtraining an der Johannes Gutenberg Universität Mainz.
Birgitta Assheuer © Alexander Paul Englert
Felix von Manteuffel ist im oberbayerischen Bayrischzell geboren, studierte Schauspiel an der Münchner Otto-Falckenberg-Schule und trat schon währenddessen an den Münchner Kammerspielen auf. Nach einem Erstengagement am Stadttheater Ulm war er dort viele Jahre lang Ensemblemitglied. Anschließend gastierte er an vielen renommierten Bühnen, unter anderem am Schauspiel Köln, Deutschen Schauspielhaus Hamburg, Thalia Theater Hamburg, Residenztheater München, Wiener Burgtheater und Schauspielhaus Zürich; von 2004 bis 2013 war er fest am Schauspiel Frankfurt engagiert.
Felix von Manteuffel spielte viele große Rollen der Weltliteratur, von Graf Wetter vom Strahl in Kleists „Käthchen von Heilbronn“ bis hin zu Sternheims Der Snob, von Philipp dem Guten in Schillers „Jungfrau von Orleans“ bis zu Diderot in Éric-Emmanuel Schmitts „Freigeist“, um nur einige zu nennen. Er arbeitete mit den wichtigsten Theaterregisseuren Deutschlands wie Hans Schweikart, George Tabori, Hans Lietzau, Jürgen Flimm, Dieter Dorn, Roberto Ciulli, Thomas Langhoff und Andreas Kriegenburg. Zuletzt gab er am Renaissancetheater Berlin den König Lear im gleichnamigen Stück unter der Regie von Guntbert Warns und den Pfarrer in „Kalter weißer Mann“ – ebenfalls unter der Regie von Guntbert Warns.
In Film und Fernsehen war er in unzähligen Produktionen zu sehen und wurde unter anderem mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Mit seiner Frau Leslie Malton hat er verschiedene szenische Lesungen zu bekannten Künstlern der Geschichte aufgeführt wie zum Beispiel „Dein Hund - Dein Mönch“ aus dem Briefwechsel zwischen Olga Knipper und ihrem Gatten Anton Tschechow oder „Cantor und Clown“ aus dem Briefwechsel zwischen Fanny Hensel und ihrem Bruder Felix Mendelssohn Bartholdy. Auch als Hörbuchsprecher machte sich Felix von Manteuffel einen Namen, so las er für den Hörverlag die „Harry Potter“-Bücher ein und verlieh Werken von Max Frisch bis Umberto Eco seine markante Stimme.
Felix von Manteuffel © Michelle Math
Ruthard Stäblein, geboren in Mellrichstadt. Studium der Romanistik, Germanistik, Komparatistik und Philosophie in Berlin, Tübingen, Toulouse und an der Sorbonne in Paris. Danach als Assistent, Lektor und Dozent in Paris und Nancy: Mitglied in der Forschungsgruppe „Culture de Weimar“ an der Pariser „Maison des Sciences de l'Homme“. Publikationen zur Wiener Moderne und zur „Dekadenz“ in verschiedenen Sammelbänden. Herausgeber von „Identitätskrise und Surrogatidentitäten. Zur Wiederkehr einer romantischen Konstellation“ (Campus-Verlag) sowie einer Reihe über Moral seit 1992 in fünf Bänden, erschienen bei Fischer und Insel. Seit 1988 Mitarbeiter des Hessischen Rundfunks, Redakteur für Literatur. Dramaturgische Einrichtung von Hörbüchern wie „Der Mann ohne Eigenschaften“ von Robert Musil; „Atemschaukel“ von Herta Müller; Briefwechsel zwischen Siegfried Unseld und Thomas Bernhard; „Schopenhauer in 100 Minuten“; „Autobiographische Schriften“ von Thomas Bernhard; „Freiheit“ von Jonathan Franzen; „Der Traum des Kelten“ von Mario Vargas Llosa; „Die sterblich Verliebten“ von Javier Marias, „Nietzsche in 100 Minuten“ u.v.a.
Ruthard Stäblein © Ruthard Stäblein
Gesamtleitung: Frankfurter Bürgerstiftung
Förderer: Dr. Marschner Stiftung
Weitere Förderer: Freundes- und Förderkreis der Frankfurter Bürgerstiftung


