Frankfurter Naturkunden: Schweine
- Mittwoch, 21. Oktober 2026 – 19.30 Uhr
Holzhausenschlösschen
Justinianstraße 5
60322 Frankfurt am Main
Schweine (Coverausschnitt) © Matthes & Seitz Berlin
Eintritt frei, freie Platzwahl (Plätze auf der Empore sind mit eingeschränkter Sicht), Anmeldungen sind über den ganz oben stehenden Link möglich.
Darüber hinaus werden wir über die Mediathek unserer Website am Veranstaltungstag kostenfrei einen Livestream der Veranstaltung anbieten.
Konzeption: Claudia Schülke
Zur Veranstaltung
„Schweine begegnen uns auf Augenhöhe“, hatte schon Churchill gesagt. In seinem Buch, das in der „Naturkunden“-Reihe unseres Kooperationspartners Matthes & Seitz über „Schweine“ erschienen ist, erkundet Thomas Macho die besondere Beziehung zwischen Schwein und Mensch. „Schweine sind uns nah und fern zugleich“, schreibt der Kulturhistoriker über das Tier, das vor mindestens 8000 Jahren als lebender Fleischvorrat domestiziert wurde. Der griechische Herakles-Mythos erzählt von der Überwältigung des mit Keilern bewehrten männlichen Wildschweines, das immerhin einen Halbgott wie Adonis zur Strecke gebracht hat. Auch die Speise-Tabus semitischer Völker kommen zur Sprache: als Folge verpönter Menschenopfer. Denn Schweinefleisch schmeckt wie Menschenfleisch, und das Schwein schreit wie ein Mensch, wenn es geschlachtet wird. Dennoch werden 60 Millionen Schweine hierzulande jährlich geschlachtet. Als Leiter der Schweineklinik Gießen wird uns Gerald Reiner nach der Lesung des Autors mit einer Präsentation über die Haltungsbedingungen dieses intelligenten Nutztieres informieren.
Claudia Schülke
Die Mitwirkenden
Prof. Dr. Thomas Macho, 1952 in Wien geboren, hat 1976 als Musikphilosoph promoviert und sich 1984 in Klagenfurt für das Fach Philosophie mit einer Arbeit über Todesmetaphern habilitiert. Als Professor für Kulturgeschichte lehrte er von 1993 bis 2016 am Institut für Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität Berlin. Von 2016 bis 2023 leitete er das Internationale Forschungszentrum Kulturwissenschaften der Kunstuniversität Linz in Wien. 2019 erhielt er den Sigmund Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung Darmstadt, wo er 2023 zum Mitglied gewählt wurde. 2022 hat er ein Buch unter dem Titel „Warum wir Tiere essen“ publiziert.
Prof. Dr. Gerald Reiner, geboren 1961, hat Veterinärmedizin an der Justus-Liebig-Universität Gießen studiert. Der internationale Fachtierarzt für Schweine leitet die dortige Klinik für Schweine und ist Vorstandsmitglied des Arbeitskreises Wildbiologie. Seit 30 Jahren arbeitet er über Molekulargenetik, seit 16 Jahren forscht er über Populationsgenetik. Er betreut mehrere Projekte für Rotwildgenetik in Hessen und Nordrhein-Westfalen. Für seine Arbeit mit der Hegegemeinschaft Krofdorfer Forst erhielt er 2025 den Hessischen Staatsehrenpreis für Lebensraumgestaltung.
Gesamtleitung: Frankfurter Bürgerstiftung
Förderer: Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung, Adolf Christ Stiftung, Freundes- und Förderkreis der Frankfurter Bürgerstiftung


