freiheitsKlang – Grunelius-Konzerte
- Donnerstag, 29. Oktober 2026 – 19.30 Uhr
Holzhausenschlösschen
Justinianstraße 5
60322 Frankfurt am Main
Filippo Gorini © Simon Pauly
Eintritt: € 43,- (Parkett, Reihe 1-5) / € 26,- (Parkett, Reihe 6 und Fensterbänke) / € 15,- (Empore, eingeschränkte Sicht)
Programm
„The Mind will have its Freedom“
György Kurtág (* 1926)
Aus: „Játékok“ („Spiele“)
Franz Schubert (1797-1828)
Vier Impromptus, D 899
Pause
Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Sonate B-Dur, op. 106 „Hammerklavier-Sonate“
Besetzung
Filippo Gorini (Klavier)
Zum Programm
Wenn Komponisten sich auf eine Suche in ihrem Inneren begeben, Sensibilität und Intellekt einsetzen, um die Tiefen ihres eigenen Geistes zu verstehen, dann entsteht Musik neu und jenseits jedes Kanons der Vergangenheit.
György Kurtág, der in diesem Februar 100 Jahre alt wurde, erkundet jeden Tag aus den Grenzen seiner Wohnung heraus unendliche, wunderbare musikalische Landschaften und schenkte uns einige dieser kostbaren, destillierten Gedanken in seinen „Spielen“ für Klavier. Ähnliches gelang Franz Schubert in seinen „Impromptus“, die eine musikalische Sprache des unbewussten, privaten Reiches der Erinnerung sprechen.
Doch vielleicht wagte niemand, mit seiner Vorstellungskraft und seinem Freiheitsstreben so emporzufliegen wie Ludwig van Beethoven. In der „Hammerklavier-Sonate“ ließ er alle Beschränkungen auf eine so radikale Weise hinter sich, dass er in dem Werk eine neue Vision der Zukunft entwarf – und der Menschheit eine Symphonie für das Klavier hinterließ: eine Hymne an die Freiheit, die Herzschmerz in Glanz verwandelt und in ihrer Modernität die meisten Komponisten von heute und viele derer, die noch kommen werden, überragt.
Filippo Gorini
Biografie
Filippo Gorinis Musikalität hat ihm Anerkennung bei Recitals in den großen Konzertsälen Europas und darüber hinaus eingebracht – von Mailands Teatro alla Scala über das Concertgebouw Amsterdam, das Konzerthaus Berlin und die Fondation Louis Vuitton in Paris bis hin zu Auftritten mit Orchestern wie dem Orchestra di Santa Cecilia in Rom, dem Mozarteumorchester Salzburg, dem Flanders Symphony Orchestra, der Gyeonggi Philharmonic in Seoul und der Opera Nacional de Chile unter Dirigenten wie Daniele Gatti, Hartmut Haenchen und Junichi Hirokami.
Zu Filippos Höhepunkten der Saison 2024–25 zählten sein Recital-Debüt in der Carnegie Hall, seine einmonatige Residenz im Wiener Konzerthaus sowie Konzerte mit dem Orchestre National de Lille und dem Nagoya Philharmonic. In der kommenden Saison wird er jeweils einmonatige Residenzen in Kapstadt an der Stellenbosch University, in Hongkong für Premiere Performances und in Oregon für Portland Piano International absolvieren sowie für Recitals in die Wigmore Hall und die Scala zurückkehren.
Sein laufendes Projekt „Sonata for 7 cities“, das 2027 abgeschlossen werden soll, zielt darauf, einen neuen, verantwortungsbewussten und ethischen Ansatz für das Konzertleben zu zeigen – mit monatlichen Residenzen in Wien, Kapstadt, Hongkong, Portland, Medellín, Mailand und weiteren Städten, die sich um Aufführungen, Vermittlungsarbeit, Unterricht und philanthropische Aktivitäten drehen. Im Rahmen dieses Projekts wird er außerdem sieben neu in Auftrag gegebene Klavierwerke der Komponisten Stefano Gervasoni, Federico Gardella, Beat Furrer, Michelle Agnes Magalhães, Yukiko Watanabe, Oscar Jockel und Ondřej Adámek uraufführen. Diese Reise wird zudem in einer Dokumentarserie des Regisseurs Ruggero Romano sowie durch die Veröffentlichung von sieben Live-Alben bei Alpha Classics dokumentiert.
Filippos vorheriges mehrjähriges Projekt „The Art of Fugue Explored“ zeigte bereits seine Vision und Kreativität über seine reine Interpretationstätigkeit hinaus: Mit Unterstützung des Borletti-Buitoni Trust veröffentlichte er das Werk 2021 bei Alpha Classics, führte es international über 30-mal auf und publizierte auf RAI5 sowie online eine Reihe gefilmter Gespräche über Bachs Musik mit Persönlichkeiten wie Peter Sellars, Frank Gehry, Sasha Waltz, Alexander Sokurov, Alexander Polzin, Alfred Brendel, George Benjamin und vielen anderen. Eine gefilmte Live-Aufführung ist außerdem auf Carnegie+ verfügbar.
Filippo erhielt 2022 den „Premio Abbiati“, die renommierteste Musikauszeichnung Italiens, sowie den Borletti-Buitoni Trust Award 2020 und den ersten Preis beim Telekom-Beethoven-Wettbewerb 2015. Seine drei bei Alpha Classics erschienenen Alben mit späten Werken von Beethoven und Bach wurden von der Kritik hoch gelobt und unter anderem mit einem Diapason d’Or ausgezeichnet sowie mit Fünf-Sterne-Rezensionen in The Guardian, BBC Music Magazine und Le Monde bedacht.
Neben seiner Solokarriere musizierte Filippo kammermusikalisch mit Künstlern wie Marc Bouchkov, Itamar Zorman, Andrea Cicalese, Haesue Lee, Pablo Ferrández, Brannon Cho und Enrico Bronzi bei renommierten Festivals wie dem Marlboro Music Festival, den Prussia Cove Chamber Music Seminars sowie „Chamber Music Connects the World“ in Kronberg mit Steven Isserlis. Er gab Meisterkurse an der Liechtenstein Musikakademie, der University of British Columbia, dem Royal Welsh College of Music sowie an den Konservatorien in Bergamo und Siena. Zudem verfolgt er aktiv die Welt der zeitgenössischen Komposition und hat Werke von Komponisten wie Stockhausen, Kurtág, Boulez und Lachenmann aufgeführt sowie neue Stücke in Auftrag gegeben.
Nach seinem Abschluss mit Auszeichnung am Donizetti-Konservatorium in Bergamo und an der Universität Mozarteum Salzburg wurde Filippos künstlerische Entwicklung weiter von Maria Grazia Bellocchio, Pavel Gililov, Alfred Brendel und Mitsuko Uchida gefördert.
Gesamtleitung: Frankfurter Bürgerstiftung
Förderer: Ernst Max von Grunelius-Stiftung
Weiterer Förderer: Freundes- und Förderkreis der Frankfurter Bürgerstiftung


