Treppenhaus

Musikstadt Frankfurt

Facetten aus 1000 Jahren Frankfurter Musikleben

Die Oed, Holzhausenpark

Dass Frankfurt nicht nur als Stätte der Kaiserkrönungen, der internationalen Handelsbeziehungen und der Finanzen von herausragender Bedeutung ist, sondern mit gleichem Recht eine Stadt der Kunst und Kultur genannt werden kann, dringt allmählich immer mehr ins Bewusstsein ihrer Bürger. Mit den Diskussionen um die Neugestaltung der Städtischen Bühnen rückt auch die reichhaltige musikalische Vergangenheit Frankfurts endlich vermehrt ins Blickfeld. Doch was wissen wir schon darüber? Die Musikstadt Frankfurt ist bis heute noch kaum erforscht.

Das ambitionierte, über fünf Jahre angelegte Projekt der Frankfurter Bürgerstiftung kommt deshalb gerade zur rechten Zeit: Wenn über eine neue „Kulturmeile“ an den Wallanlagen mit einem Neubau der Oper nachgedacht wird, sollten wir auch wissen, auf welche reichhaltige Geschichte Frankfurter Bürger mit Stolz zurückblicken, wie die quicklebendige aktuelle Musikszene gestaltet ist und welche Perspektiven für die Zukunft sich bieten.

Die Frankfurter Bürgerstiftung hat mit Dr. Ulrike Kienzle, die „derzeit sicher als die größte Kennerin der Frankfurter Musikgeschichte gelten“ kann (FAZ) eine Musikwissenschaftlerin von bedeutendem Format für dieses Vorhaben gewinnen können. Sie hat bereits mehrere wichtige Projekte für die Frankfurter Bürgerstiftung höchst erfolgreich realisiert, darunter zwei Ausstellungen, zwei Bücher und die Faksimile-Ausgabe des von ihr wiederentdeckten Jugend-Streichquartetts von Max Bruch.

Das Großprojekt nimmt zunehmend Gestalt an und so war Ulrike Kienzle bereits auf verschiedenen Kanälen zum Thema Musikstadt Frankfurt zu hören. Etwa in der Sendung Musikland Hessen (hr2-kultur) oder in der hr2-Sendung Doppelkopf. Hören Sie gerne nach, was Ulrike Kienzle über das Projekt der Frankfurter Bürgerstiftung zu berichten hat.

Darüber hinaus hat Dr. Ulrike Kienzle während der Pandemie auf der Website der Frankfurter Bürgerstiftung in regelmäßigen Abständen interessante Aspekte der Musikstadt Frankfurt in Online-Essays mit Klangbeispielen und Interviews mit Zeitzeugen der jüngeren Vergangenheit und der Gegenwart vor. Auf diese Weise sollen die musikinteressierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürger von Anbeginn in das Projekt einbezogen werden und Einblick in die reichen Facetten des Frankfurter Musiklebens in Geschichte und Gegenwart erhalten.

Begleitend gibt es in regelmäßigen Abständen kleine Ausstellungen zur Musikstadt Frankfurt, in deren Rahmen im Holzhausenschlösschen wertvolle Exponate vom Mittelalter bis zur Gegenwart gezeigt werden sowie ein spannendes Rahmenprogramm aus Konzerten, Führungen, Vorträgen und Veranstaltungen für Kinder.

Höhepunkt und Abschluss des mehrjährigen Vorhabens ist die Vollendung einer zweibändigen, wissenschaftlich fundierten, lebendig geschriebenen und reich bebilderten Buchpublikation zur Musikstadt Frankfurt in der von Clemens Greve herausgegebenen Reihe „Mäzene, Stifter, Stadtkultur“, die für das Jahr 2026 vorgesehen ist. Ein solche umfassende Darstellung ist seit langem ein nicht nur von Fachleuten schmerzlich vermisstes Desiderat. Das Werk wird für die nächsten Jahrzehnte Gültigkeit besitzen und der Frankfurter Bürgerstiftung für die nahe und ferne Zukunft die Aufmerksamkeit der kulturinteressierten Menschen in der Stadt am Main sichern.

Am 14. Juli stand das Frankfurter Musikleben in der Weimarer Republik im Fokus eines Vortrags von Dr. Ulrike Kienzle. Dieses Thema greift die Musikwissenschaftlerin in ihrem Vortrag am 12. September wieder auf, wenn es unter dem Titel „Der Komponist als Bürgerschreck“ darum geht, die innovativen Entwicklungen der Frankfurter Musikszene in den 1920er Jahren aufzuzeigen. Der Vortrag am 12. September findet innerhalb unserer Reihe „Mäzene, Stifter, Stadtkultur – 100 Jahre Freunde Frankfurts e.V.“ statt. Die Geschichte des Dr. Hoch’schen Konservatoriums von 1878 (Gründungsjahr) bis 1928 steht im Mittelpunkt eines Vortrag am 10. Oktober. Mit dem Vortrag eröffnen wir zugleich die zweite Ausstellung des Projekts Musikstadt Frankfurt im Holzhausenschlösschen. „Musik unter dem Hakenkreuz“ ist Titel des Vortrags am 21. November, in dem es um das Frankfurter Musikleben zwischen 1939 und 1945 geht.

Alle bislang innerhalb des Projekts veröffentlichten Online-Essays sowie Livestreams vergangener Vorträge finden Sie hier:

  1. Impressionen aus der Frühzeit
  2. Zwischen Aufruhr und Aufbruch: Das 17. Jahrhundert
  3. Georg Philipp Telemann und das Frankfurter Musikleben zu Beginn des 18. Jahrhunderts
  4. Das Frankfurter Musikleben bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
  5. Das Frankfurter Musikleben zwischen 1780 und 1840
  6. Zwischen Vormärz, Revolution und Restauration: Die Frankfurter Mozart-Stiftung im Spiegel der Stadt- und Musikgeschichte (1837 bis 1852)
  7. Von der Mitte bis zum Ende des 19. Jahrhunderts: Die Blütezeit des Frankfurter Musiklebens
  8. Vom Glück einer seltenen Überlieferung: Die Glasharmonika von Franz Xaver Schnyder von Wartensee
  9. Die Geburt der Moderne: Das Frankfurter Musikleben der Weimarer Republik

Gesamtleitung: Frankfurter Bürgerstiftung
Förderer: Adolf Christ Stiftung, Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung, Freundes- und Förderkreis der Frankfurter Bürgerstiftung

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