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freiheitsKlang – Grunelius Konzerte

Klänge der Freiheit in Kammermusik und Lied

Harriet Krijgh © Felix Broede

Die Reihe „freiheitsKlang – Grunelius-Konzerte“ versteht sich als Annäherung an die vielgestaltige, oft nur subkutane Präsenz von Freiheitsgedanken in der Klassischen Musik. In vier Konzerten sollen schlaglichtartig einige dieser Gedanken herausgestellt werden, deren Sicht- bzw. Hörbarkeit einerseits nicht bloße Behauptung bleibt, andererseits aber auch nicht überinterpretiert werden darf. Denn anders als in Literatur, Schauspiel, Film oder bildender Kunst ist die Freiheit hier – insbesondere in der sogenannten absoluten Musik – nicht direkt greifbar, sondern bleibt Andeutung, die sich eine klaren Auslegung entzieht.

Die Konzertreihe knüpft an einen roten Faden an, der sich durch das Programm der Frankfurter Bürgerstiftung zieht: die Beschäftigung mit freiheitlich demokratischen Werten in verschiedensten kulturellen, sozialen und wissenschaftlichen Kontexten. Im Forum Demokratie wird der Freiheitsbegriff in Expertengesprächen als Grundbedingung demokratischen Zusammenlebens, historisch gewachsene Errungenschaft und gegenwärtige Herausforderung verhandelt. Unsere Woche gegen das Vergessen erinnert in künstlerischen Formaten an eine katastrophale Zeit der Unfreiheit in Deutschland und Europa. „freiheitsKlang“ erweitert diesen Diskurs um die Perspektive der Musik – als universelle Sprache, die Freiheit zwar kaum intellektuell oder historisch erklären, aber spürbar machen kann.

In politischer Hinsicht war Musik dabei durchaus ein Resonanzraum für Freiheit und Unfreiheit. So entstanden zahlreiche Werke unter Bedingungen von Zensur, Verfolgung, innerer Emigration oder Exil; andere formulieren musikalisch Aufbruch, Widerstand, die Sehnsucht nach Selbstbestimmung oder den Rückzug in die – eine andere Art von Freiheit versprechende – Innenwelt. Musikalisch und ästhetisch ist Freiheit ein ebenso zentrales Motiv. Über Jahrhunderte äußerte sie sich in der schrittweisen Erweiterung formaler Grenzen, im Spiel mit Regeln und in deren Überschreitung. Freiheit bedeutet hier nicht Regellosigkeit, sondern ein selbstbestimmtes Verhältnis zur Form, um das viele Komponisten ringen mussten. Nicht zuletzt besitzt Freiheit in der Klassischen Musik auf Seite der Interpreten eine persönliche Dimension. Sie zeigt sich in der Auseinandersetzung mit Tradition und Erwartung – im Mut zur eigenen Stimme.

freiheitsKlang – Grunelius Konzerte


Mittwoch, 13. Mai 2026, 19:30 Uhr
Kammerkonzert
Tobias Feldmann (Violine)
Alexander Krichel (Klavier)
N. Matteis d.J., C. Schumann, L. v. Beethoven, F. Liszt, A. Dietrich/R. Schumann/J. Brahms

Mittwoch, 3. Juni 2026, 19:30 Uhr
Kammerkonzert
Franziska Hölscher (Violine)
Harriet Krijgh (Violoncello)
Claire Huangci (Klavier)
L. Boulanger, A. Beach, W. Sylwestrow, F. Mendelssohn

Donnerstag, 10. September 2026, 19:30 Uhr
Liederabend
Sophie Rennert (Mezzosopran)
Julius Drake (Klavier)
R. Schumann, H. Wolf, F. Schubert, G. Mahler

Donnerstag, 29. Oktober 2026, 19:30 Uhr
Klavierabend
Filippo Gorini
G. Kurtág, F. Schubert, L. v. Beethoven

Gesamtleitung: Frankfurter Bürgerstiftung
Hauptförderer: Ernst Max von Grunelius-Stiftung
Förderer: Freundes- und Förderkreis der Frankfurter Bürgerstiftung

Ernst Max von Grunelius-StiftungFreundes- und Förderkreis der Frankfurter Bürgerstiftung